Voltaris, EDM
Künftig soll die Verteilung von Messwerten direkt vom Smart Meter Gateway an die Marktteilnehmer gesendet werden. (Quelle: Voltaris)

Mit dem Interimsmodell soll intelligente Messtechnik möglichst früh in die elektronische Marktkommunikation eingebunden werden. Künftig soll die Verteilung von Messwerten direkt vom Smart Meter Gateway (SMGW) an die Marktteilnehmer gesendet werden (Zielmodell). Voltaris hat dafür die ZFA-, MDM- und EDM-Systeme angepasst und kann so die neuen Prozesse optimal und fristgerecht unterstützen.

Aufteilung in Markt- und Messlokationen

Das neue Gesetz wirkt sich erheblich auf die Marktkommunikation (Lieferantenwechsel, Messstellenbetreiberwechsel, Bilanzierung) aus, was zu Anpassungen der etablierten Prozesse in den vorhandenen Systemen führt. Ab dem 1. Februar 2018 müssen alle heutigen Zählpunkte Mess- und Marktlokationen zugeordnet werden. Diese lösen dann die bisher oft auch widersprüchlich genutzten Begriffe Lieferstelle, Entnahmestelle, Einspeisestelle, Ausspeisestelle, Messstelle sowie Zählpunkt ab. Mit diesem System, das auch über das Interimsmodell hinaus gelten wird, soll die Marktkommunikation standardisiert und vereinfacht werden.

Kommunikation zwischen Betreiber und Lieferant

Gemäß dem Rollenmodell für die Marktkommunikation im deutschen Energiemarkt wurden die neuen Begriffe definiert und eingeführt. In einer Marktlokation wird Energie entweder erzeugt oder verbraucht. Das Objekt ist mit mindestens einer Leitung mit dem Netz verbunden. Die Marktlokation erhält eine neue, eigene Marktlokations-ID als Identifikationsnummer. Die Vergabe dieser ID geschieht durch eine zentrale bundesweite Stelle (Code-Vergabestelle).

An der Messlokation, der Messstelle, findet die tatsächliche Energiemessung statt. Sie liefert die Messwerte zum innerhalb der Marktlokation erzeugten beziehungsweise verbrauchten Strom oder Gas und behält die bisherige Zählpunktbezeichnung nach Metering Code. Messstellenbetreiber kommunizieren künftig die Messwerte der Messlokation an den Netzbetreiber, diese übermitteln wiederum die Messwerte der Marktlokation an den Lieferanten.

Den Weg ins Zielmodell ebnen

“Wir sind auf die künftigen Anforderungen optimal vorbereitet und bieten unseren Kunden ein Upgrade des bestehenden EDM-Systems an“, betont Voltaris-Geschäftsführer Karsten Vortanz. “Unsere Systeme setzen die derzeit bekannten BNetzA-Vorgaben zum Gesetz zur Digitalisierung der Energiewirtschaft, die das Interimsmodell und die Einführung von MeLo und MaLo betreffen, vollständig um. Mit den neuen Funktionsmodulen ebnen wir unseren Kunden den Weg für einen problemlosen Übergang ins Zielmodell“, ergänzt Geschäftsführerkollege Peter Zayer.

Das Upgrade im Voltarid-EDM-Baukastensystem umfasst unter anderem folgende Leistungen:

  • Abbildung eines intelligenten Messsystems (iMSys) im Grundsystem nach BK6-16-200 (Interimsmodell Strom) und BK7-16-142 (Interimsmodell Gas) auf Basis des Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende (parallele Speicherung von Zeitreihen und Zählerständen in einer Linie)
  • Integration der iMSys in die Datenverarbeitung des Grundsystems (Import, Plausibilisierung, Berechnung, Visualisierung, Gruppenbildung, Versand)
  • Abbildung von Markt- und Messlokationen und des Bilanzierungsverfahrens an einem iMSys
  • Integration der iMSys gemäß der Marktregeln für die Durchführung der Bilanzkreisabrechnung Strom (MaBiS) und dem Grundmodell für Ausgleichsleistungen und Bilanzierungsregeln im Gassektor (GaBi Gas).