Steag schließt Steinkohlekraftwerk Lünen bereits Ende 2018

Die Blöcke 6 und 7 des Steinkohlekraftwerks der Steag GmbH in Lünen sind laut Amprion nicht systemrelevant. Daher werden die beiden Blöcke aufgrund fehlender Wirtschaftlichkeit bereits Ende 2018 vom Netz genommen.

Die Geschäftsführung der Steag GmbH hat beschlossen, die Kraftwerksblöcke 6 und 7 in Lünen bereits zum 31. Dezember 2018 endgültig vom Netz zu nehmen. Möglich wird dies, da der Übertragungsnetzbetreiber Amprion nach umfangreichen Untersuchungen entschieden hat, dass die beiden Blöcke in Lünen nicht systemrelevant sind. Das bedeutet, dass von ihrer endgültigen Stilllegung „keine erhebliche Gefährdung der Sicherheit des Elektrizitätsversorgungssystems“ ausgeht, wie es in dem Beschluss heißt. Deshalb räumte Amprion auch die Möglichkeit einer Abschaltung der Anlagen zu einem früheren Zeitpunkt als beantragt ein. Steag nutzt jetzt diese Option.

Fehlende wirtschaftliche Perspektive für Steinkohlekraftwerk

Anfang März 2018 hatte Steag die endgültige Stilllegung von Lünen 6 und 7 bei der Bundesnetzagentur zum 2. März 2019 beantragt. Maßgeblicher Grund für die Entscheidung war die fehlende wirtschaftliche Perspektive für das Steinkohlekraftwerk.

Block 6 (157 Megawatt Leistung) produziert Bahnstrom. Der Liefervertrag mit der Deutschen Bahn läuft Ende Dezember 2018 endgültig aus. Block 7 (350 Megawatt Leistung) konnte zwar über mehrere Jahrzehnte durch gezielte Nachrüstungen den Wirkungsgrad, die Flexibilität, die Automatisierung und den Umweltschutz auf hohem Niveau halten, er war aber zuletzt immer seltener am Netz.

Weiterhin Betriebsführer für Trianel-Kraftwerk

Mit der jetzigen Entscheidung endet die Steinkohleverstromung an einem der beiden
Gründungsstandorte der Steag nach rund 80 Jahren. In Lünen gehen durch die Stilllegung des Kraftwerks in der Produktion rund 100 Arbeitsplätze verloren. Darüber hinaus sind rund 50 Arbeitsplätze der Steag Technischer Service (STS) betroffen.

„Wir geben den Standort aber nicht komplett auf“, bekräftigt Joachim Rumstadt, Vorsitzende der Steag-Geschäftsführung. „Wir sind in Lünen weiterhin Betriebsführer für das Trianel-Kraftwerk. Darüber hinaus sind wir davon überzeugt, dass wir den Standort einer weiteren Nutzung zuführen können.“

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