NordLink-Projekt erreicht wichtigen Meilenstein

Ab 2020 soll der Interkonnektor NordLink erstmals den Stromaustausch zwischen Deutschland und Norwegen ermöglichen. Jetzt wurde mit dem Richtfest für die NordLink-Konvertergebäude in Wilster ein wichtiger Meilenstein auf deutscher Seite erreicht.

Mit dem Richtfest für die Konvertergebäude in Wilster (Schleswig-Holsteing) hat das deutsch-norwegische Projekt NordLink einen wichtigen Meilenstein erreicht. Ab 2020 soll der Interkonnektor die Strommärkte Deutschlands und Norwegens erstmals direkt miteinander verbinden, um den Austausch von Strom aus norwegischer Wasserkraft und deutscher Windenergie zu gewährleisten.

„Mit NordLink wird die Energiewende europäisch“, betont Robert Habeck, stellvertretender Ministerpräsident Schleswig-Holsteins. „Das ist ein Muss: Wir können die Klimaziele nur erreichen, wenn wir über die eigenen Grenzen hinaus denken“. So soll der Interkonnektor die Versorgungssicherheit in beiden Ländern erhöhen und Engpässen im deutschen Übertragungsnetz entgegenwirken.

NordLink: Eines der längsten HGÜ-Systeme

Mit NordLink entsteht eines der längsten Systeme zur Hochspannungs-Gleichstromübertragung (HGÜ). Das System ist insgesamt 623 Kilometer lang und in mehrere Abschnitte unterteilt. Die ersten 134 Kilometer Seekabel wurden bereits Anfang August 2017 vom südnorwegischen Vollesfjord aus bis zur Grenze der dänischen Hoheitsgewässer gelegt. Auf deutscher Seite wurden zur selben Zeit die Leerrohre für das Kabel unter dem Landesschutzdeich bei Büsum (Schleswig-Holstein) eingezogen.

Ab 2018 werden dann vom dänischen Nordseebereich aus weitere 228 Kilometer Seekabel bis zur Grenze der deutschen Hoheitsgewässer gelegt. Weitere 154 Kilometer kommen ab Sommer 2018 von der Küste bei Büsum aus hinzu. Auf See werden die Kabelenden der einzelnen Abschnitte dann zusammengefügt.

An das insgesamt 516 Kilometer lange Seekabel wird auf deutscher Seite im Jahr 2018 ein 54 Kilometer langes Erdkabel vom Anlandungspunkt Büsum bis zur Konverterstation Wilster angefügt. Auf norwegischer Seite ist die 53 Kilometer lange Freileitung vom Anlandungspunkt Vollesfjord bis nach Tonstad bereits in Bau. Die Konvertergebäude in Tonstad sind weitgehend fertiggestellt.

NordLink, Übersicht
Technischer Aufbau des Interkonnektors NordLink (Quelle: Tennet)

Wilster wird zum Knotenpunkt

Direkt neben der Baustelle für die NordLink-Konvertergebäude schreitet auch der Ersatzneubau des Tennet-Umspannwerks Wilster West zügig voran, das zu einem Knotenpunkt für mehrere Leitungen und Netzverknüpfungen ausgebaut wird. Dazu zählen auch die Anbindungen von NordLink und SuedLink.

Die vorhandene 380-Kilovolt-Schaltanlage kann jedoch die Anforderungen als zentraler Punkt und Drehkreuz nicht abdecken. Ihre Leistung reicht aufgrund der notwendigen Zahl neuer Schaltfelder zur Vermeidung unzulässiger Lastflüsse und der künftig geforderten Kurzschlussfestigkeit nicht für den geplanten Anschluss von NordLink und SuedLink aus. Deshalb ist ein Ersatzneubau der 380-Kilovolt-Schaltanlage am Standort der bestehenden Schaltanlage notwendig. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2020 geplant.

„Vor diesem Hintergrund ist der Raum Wilster ein entscheidender Dreh- und Angelpunkt für die Energiewende“, betont Lex Hartman, Mitglied der Tennet-Geschäftsführung. „So kann durch die Anbindung von NordLink und SuedLink an das Umspannwerk Wilster West der Energietransport aus dem windreichen Norden über mehrere Hundert Kilometer in den verbrauchsstarken Süden beziehungsweise nach Norwegen stattfinden“.

Daten und Fakten zu NordLink

  • 623 Kilometer lange Hochspannungs-Gleichstromübertragung (HGÜ)
  • 1.400 Megawatt Kapazität mit ±525 Kilovolt (bipolar)
  • Offshore: 516 Kilometer Seekabel
  • Onshore: 54 Kilometer Erdkabel (Büsum – Wilster/Schleswig-Holstein) sowie 53 Kilometer Freileitung (Vollesfjord – Tonstad/NO)
  • Netzverknüpfungspunkte: Umspannwerke Wilster West in Deutschland sowie in Tonstad/Norwegen
  • Fertigstellung im Jahr 2020
LINKTennet
TEILEN