Photovoltaikanlagen in Oberstdorf
Wie mehrere 10.000 Lieferanten von Solarstrom auf privaten Dächern sinnvoll synchronisiert werden können, ist eine der Fragen, die das Projekt ENavi beantworten soll (Quelle: Molgreen/Wikimedia Commons)

Schlüsselbereiche der Kopernikus-Projekte sind die Entwicklung von Stromnetzen, die Speicherung überschüssiger erneuerbarer Energie durch Umwandlung in andere Energieträger, die Neuausrichtung von Industrieprozessen in Richtung einer fluktuierenden Energieversorgung und das verbesserte Zusammenspiel aller Sektoren des Energiesystems.

Systemintegration: Energiewende-Navigationssystem

Das Kopernikus-Projekt „Systemintegration: Energiewende-Navigationssystem“ zielt darauf ab, ein tieferes Verständnis des komplex vernetzten Energiesystems im Energiebereich und den damit verbundenen Bereichen wie Industrie und Konsum zu gewinnen. Es will Handlungsoptionen liefern, wie die Komponenten des künftigen Energiesystems unter Berücksichtigung der energiepolitischen Ziele und Randbedingungen systemisch integriert werden können. Geleitet wird das Projekt von Prof. Ortwin Renn vom Institute for Advanced Sustainability Studies Potsdam e. V. Beteiligt sind 64 Partner.

Zentrales Produkt des Projekts ist ein Navigationsinstrument (ENavi), mit dem die Forscher die Wirkungen und Nebenwirkungen wirtschaftliche oder politische Maßnahmen frühzeitig abschätzen wollen. Es soll dabei helfen, die entscheidenden Fragen zu beantworten: Wie kann die Energiewende die einkommensschwachen Gruppen in Deutschland nicht zu stark belasten? Mit welchen Maßnahmen kann die Elektromobilität in Deutschland effektiv gefördert werden? Wie können mehrere 10.000 Lieferanten von Solarstrom auf privaten Dächern sinnvoll synchronisiert werden?

Stand und Perspektiven der Energiewende

ENavi soll dazu beitragen, die Energiewende nachhaltig und mit größtmöglicher Akzeptanz voran zu treiben. Im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtung werden Stand und Perspektiven vor allem des Netzausbaus, der Speicherkapazitäten, der Nachfrageseite und der Erzeugung (zentral und dezentral) sowie die Wechselwirkungen dieser Dimensionen in den Blick genommen. Darüber hinaus liefert das Projekt auch konkrete technische Konzepte, beispielsweise im Bereich der energiebezogenen Kommunikationsinfrastruktur. Die Chancen der Energiewende betreffen sowohl technische Systemlösungen als auch die Entwicklung möglicher neuer Geschäftsmodelle und Dienstleistungen.

Damit eine Anpassung an aktuelle Entwicklungen und Forschungsergebnisse möglich ist, wird die Projektlaufzeit in drei Phasen unterteilt. Auch innerhalb der Projektphasen werden unabhängige Experten die Fortschritte fortwährend begleiten und evaluieren. Die zunehmende Dynamik und Komplexität im Energiebereich spiegelt sich in der flexiblen Zusammensetzung der Konsortien wider. Aus diesem Grund sollen während der Laufzeit weitere Partner die Möglichkeit erhalten, ihre Expertise in die Konsortien einzubringen. Dazu wird das BMBF im Jahr 2017 eine zusätzliche Ausschreibung veröffentlichen.

Integrated Energy Plaza

Über Lösungen, Chancen und Potenziale der Energiewende wird auch auf der diesjährigen Leitmesse Energy im Rahmen der Hannover Messe auf der Bühne der Integrated Energy Plaza (Halle 27, Stand H50) diskutiert. In über 40 Vorträgen erörtern Experten – unter anderem von der Deutschen Energieagentur GmbH (Dena), der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. (BDEW), dem Bundesverband Erneuerbare Energie e. V. (BEE) und dem Bundesverband Neue Energiewirtschaft e. V. (BNE) – welche Lösungen existieren, welche Projekte realisiert wurden, woran derzeit geforscht wird und wohin die Reise in naher und ferner Zukunft gehen wird.

Daneben zeigen interaktive Exponate, wie die integrierte Energieversorgung der Zukunft auf Basis erneuerbarer Energien funktionieren kann: beispielsweise mit innovativen Speichertechnologien und neuen Geschäftsmodellen, die aus der Kopplung von Strom-, Wärme- und Mobilitätsmarkt hervorgehen sowie Lösungen für Netzstabilität und dezentrale Energieeinspeisung sowie Energiemanagement.