it-sa: Aussteller erwarten steigende Budgets für IT-Sicherheit

Unternehmen investieren immer mehr in Maßnahmen zur Steigerung der IT-Sicherheit, meist jedoch erst nach einem Sicherheitsvorfall. Dies ist ein Ergebnis einer Umfrage unter den Ausstellern der Sicherheitsmesse it-sa.

Zahlreiche Unternehmen haben das Thema IT-Sicherheit mittlerweile in der obersten Führungsebene etabliert und investieren immer mehr in diesem Bereich. Dennoch: Die Mehrheit tätigt die entsprechenden Investitionen erst nach einem Sicherheitsvorfall. Das zeigt die aktuelle Umfrage „Trends und Prognosen zur IT-Sicherheit“, die im Auftrag der Messe Nürnberg im Vorfeld der Fachmesse it-sa unter den Ausstellern durchgeführt wurde. Dort zeigen vom 10. bis 12. Oktober 2017 über 580 Aussteller die neuesten Trends und Entwicklung im Bereich IT-Sicherheit.

IT-Sicherheitsbudgets sind gestiegen

Die Umfrage zeigt, dass die Budgets für IT-Sicherheitsaufgaben in den Unternehmen deutlich gestiegen sind. Dies gilt vor allem für größere und mittlere Unternehmen mit mehr als 250 beziehungsweise über 50 Mitarbeitern. Bei kleineren Unternehmen sind die Budgets für IT-Sicherheit dagegen im Vergleich zu den Umfragen in den Jahren 2015 und 2016 eher gleich geblieben.

Obwohl die Budgets wachsen, wappnen sich die Kunden der Aussteller jedoch mehrheitlich nicht, bevor ein Angriff stattfindet. Sie investieren vielmehr erst nach einem IT-Sicherheitsvorfall. Rund 65 Prozent der Aussteller gaben dies an. Damit verringert sich der Anteil der Aussteller, deren Kunden überwiegend proaktiv tätig werden, auf 35 Prozent. In den Jahren 2016 und 2015 lag dieser Wert noch bei 44 beziehungsweise 45 Prozent.

IT-Sicherheitsmanagement ist eine Frage der Unternehmensgröße

Wie in den Jahren zuvor zeigt sich auch bei der diesjährigen Umfrage ein Unterschied zwischen großen und kleinen Unternehmen bei der Implementierung von IT-Sicherheitsmaßnahmen: Je größer der Betrieb, desto wahrscheinlicher ist, dass ein systematisches IT-Sicherheitsmanagement verfolgt wird. So haben rund 70 Prozent der Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern nach Einschätzung der it-sa-Aussteller ein systematisches IT-Sicherheitskonzept. Demgegenüber stehen nur 37 Prozent der Unternehmen bis 50 Mitarbeitern.

IT-Sicherheit ist in vielen Unternehmen Aufgabe der Unternehmensführung

Im Zuge der Digitalisierung steigt das Risiko von Cyber-Angriffen, die als geschäftskritisch betrachtet werden müssen. Daher wurden die Aussteller erstmals gefragt, ob ihre Kunden IT-Sicherheit als eigenen Verantwortungsbereich innerhalb der Unternehmensführung etabliert haben. Hier zeigt sich ebenfalls: je größer das Unternehmen, desto häufiger ist IT-Sicherheit auf höchster Ebene verankert. Rund 57 Prozent für große Unternehmen stehen 49 Prozent für mittlere und 47 Prozent für kleine Unternehmen gegenüber.

IT-Sicherheitsbranche im Aufschwung

Die IT-Sicherheitsbranche boomt: 53 Prozent der Aussteller bewerten die aktuelle Branchensituation als stark steigend, 40 Prozent als steigend. Zum zweiten Mal in Folge hat sich damit die Stimmung verbessert.

Die Umsatzvolumina im IT-Sicherheitsbereich haben sich bei 84 Prozent der Aussteller seit der letzten it-sa positiv entwickelt. Keiner der Aussteller musste Umsatzeinbußen verzeichnen.

Aussteller erwarten positive Effekte durch EU-Datenschutz-Grundverordnung

Nachdem der Effekt des im Juli 2015 in Kraft getretenen IT-Sicherheitsgesetzes auf das Geschäft der IT-Sicherheitsbranche langsam sinkt, erwarten viele Aussteller der it-sa einen positiven Effekt durch die EU-Datenschutz-Grundverordnung: 82 Prozent rechnen im kommenden Jahr mit einem positiven oder sehr positiven Effekt auf die Geschäftsentwicklung. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 55 Prozent. Das zeigt, dass ein Teil der Unternehmen jetzt noch Maßnahmen einleiten muss.

Konstant hohe Nachfrage aus Energiebranche

Eine nach wie vor hohe Nachfrage nach IT-Sicherheitsprodukten und –Dienstleistungen sehen die Aussteller von Unternehmen der Energiebranche: Wie im Jahr zuvor beurteilen rund 80 Prozent die aktuelle Nachfragesituation als stark steigend oder steigen. Im Jahr 2015 lag dieser Wert bei 72 Prozent.

Auf die künftige Nachfrageentwicklung angesprochen, äußern sich die Aussteller der it-sa über alle abgefragten Branchen hinweg positiv. Spitzenreiter ist das Gesundheitswesen. Rund 59 Prozent der Aussteller erwarten hier positive Impulse. Kreditinstitute beziehungsweise das Finanzwesen sowie Energieversorger folgen mit 56 und 55 Prozent.