Heizkostenabrechnung als White-Label-Lösung für Stadtwerke

Die Heizkostenabrechnung wird neues Geschäftsfeld der Stadtwerke Schwäbisch Hall. So will das Unternehmen anderen Energielieferanten und Stadtwerken eine Full-Service-Lösung in diesem Bereich als White-Label-Produkt zur Verfügung stellen.

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Matthias Knödler, Bereichseiter Energiewirtschaft der Stadtwerke Schwäbisch Hall, erwartet vor allem bei kleinen und mittelgroßen Unternehmen großes Interesse an der neuen Lösung für die Heizkostenabrechnung. (Quelle: Stadtwerke Schwäbisch Hall)

Der Markt für die Heiz- und Warmwasserkostenabrechnung ist in Deutschland oligopolistisch geprägt. Die drei größten Messdienste vereinen 75 Prozent Marktanteile auf sich. Doch aus verschiedenen Richtungen baut sich Druck auf die Marktdominanz der großen Anbieter auf: Die Energieeffizienz-Richtlinie der EU (EED) verlangt mehr Verbrauchstransparenz durch digitale Verbrauchserfassung. Die Sektorenuntersuchung der Bundesnetzagentur beklagt wettbewerbsbehindernde Praktiken der Messdienste. Das Messstellenbetriebsgesetz öffnet Versorgern durch Bündelangebote den Weg zu den Heizkostenverteilern und Wohnungswasserzählern. Der Gesetzgeber will den gesamten Submetering-Markt auf eine wettbewerbliche Basis stellen.

Zudem suchen Wohnungsbesitzer und -verwalter nach alternativen Anbietern oder sogar nach einem Weg, die Heizkostenabrechnung ihrer Liegenschaften selbst in die Hand zu nehmen. Vor diesem Hintergrund machen sich aktuell viele Energieversorger und Stadtwerke Gedanken, in das Geschäftsfeld Heizkostenabrechnung einzusteigen. Angesichts des zunehmenden Wettbewerbs und der sinkenden Margen im Stammgeschäft sind neue, lukrative Betätigungsfelder gefragt. Da die Eintrittshürden für Newcomer in diesem Markt jedoch hoch sind, suchen die Unternehmen nach Dienstleistungs- und Kooperationspartnern.

Full-Service-Lösung für die Heizkostenabrechnung

Hier setzt das Angebot von Sherpa-X an: Die Full-Service-Lösung Heizkostenabrechnung soll anderen Energielieferanten und Stadtwerken als White-Label-Produkt zur Verfügung gestellt werden.

Die Dienstleistung besteht aus drei wesentlichen Leistungsbereichen: dem Gerätemanagement, der funkbasierten Fernauslesung und der Abrechnung. Die ersten beiden Leistungen beziehen die Stadtwerke Schwäbisch Hall von einem darauf spezialisierten Messdienstunternehmen, das im Hintergrund agiert. Die eigentliche Heizkostenabrechnung erbringen die Stadtwerke Schwäbisch Hall selbst als Dienstleistung auf Basis der Branchensoftware XAP.heizkosten der Somentec Software GmbH.

Marktanalyse bestätigt Bedarfsvermutung

Matthias Knödler, Bereichseiter Energiewirtschaft der Stadtwerke Schwäbisch Hall, ist optimistisch: „Wir kennen uns seit jeher mit der Energieabrechnung aus und verfügen mit XAP.heizkosten im eigenen Hause über das nötige Werkzeug, um auch in der Heizkostenabrechnung aktiv zu werden. Dies ist aber nur dann sinnvoll, wenn es gelingt, eine hohe Zahl abzurechnender Wohnungen auf unsere Plattform zu holen.“

Dafür sieht das Unternehmen gute Chancen, vor allem bei kleinen und mittelgroßen Wohnungsbesitzern, die mit dem bestehenden Partner unzufrieden und schon Kunden bei den mitmachenden Stadtwerken und Versorgern sind. „Unsere Marktanalyse bestätigt dies. Bei den bestehenden Sherpa-X-Kunden beispielsweise ist das Interesse groß“, betont Knödler. Für Stadtwerke beispielsweise sind kommunale Wohnungsgesellschaften und Körperschaften der öffentlichen Hand mit oft umfangreichen Gebäudebeständen besonders naheliegende Zielgruppen.

Angebot der Stadtwerke Schwäbisch Hall beseitigt Eintrittshürde

„Digitalisierung und Marktentwicklung eröffnen Besitzern und Betreibern von Wohn- und Gewerbeimmobilien die Möglichkeit, die Kosten für Messdienstleistungen nachhaltig zu senken“, stellt Branchenkenner Rolf Weber vom PPR-Institut fest. „Die komplette Infrastruktur selbst aufzubauen und die Heizkostenabrechnung in Eigenregie abzuwickeln, ist sowohl für die meisten Stadtwerke als auch für Wohnungsunternehmen kaum darstellbar. Das Angebot der Stadtwerke Schwäbisch Hall mit Sherpa-X sorgt dafür, dass diese Eintrittshürde quasi wegfällt.“