Forschungstestfeld für die Offshore-Windenergie

Erstmals steht in Deutschland eine Multimegawattanlage für Offshore-Windenergie für Forschungszwecke zur Verfügung. Das BMWi fördert das Vorhaben in Bremerhaven mit rund 18,5 Mio. Euro.

Testfeld, Iwes
Übergabe des Förderbescheids: Staatssekretär Uwe Beckmeyer (r.) überreicht IWES-Leiter Prof. Andreas Reuter den Förderbescheid für das geplante Offshore-Testfeld (Quelle: Martina Buchholz).

»Die Energiewende braucht Innovationen. Dies setzt praxistaugliche technische Entwicklungen voraus. Das gilt vor allem für die Offshore-Windenergie mit ihren besonderen Anforderungen aufgrund von Wassertiefe und Küstenentfernung. Mit dem neuen Teststandort bauen wir die Forschungsinfrastruktur in diesem Bereich weiter aus und festigen so vorhandenes Know-how. Damit schaffen wir auch die Voraussetzungen dafür, dass die Kosten der Windenergie auf See weiter sinken«, erklärt der Parlamentarische Staatssekretär Uwe Beckmeyer.

Frei wählbare Netzbedingungen

Eine Besonderheit des Standorts ist, dass die Forschungsanlage mit dem virtuellen elektrischen Netz der bestehenden Versuchseinrichtung Dynamic Nacelle Testing Laboratory (DyNaLab) des IWES-Institutes verbunden werden kann. So sind Tests im Freifeld jederzeit unter frei wählbaren Netzbedingungen möglich. So können auch Netzfehler und Netzausfälle simuliert werden. Die bislang für neuentwickelte Windenergieanlagen geforderten Zertifizierungstestreihen im Feld nehmen häufig viel Zeit in Anspruch. Die Prüfungen müssen bei bestimmten Windverhältnissen durchgeführt werden, entsprechende Windverhältnisse sind jedoch nicht auf Bestellung zu bekommen. Auf dem Prüfstand lassen sich diese Bedingungen jederzeit exakt einstellen und somit Messungen effizient durchführen.

Durch den exakten Abgleich der Ergebnisse aus dem Testfeldbetrieb mit diesen Daten können erforderliche Zertifizierungsmessungen in Zukunft zeit- und kostensparend auf Prüfständen durchgeführt werden. Entwicklungsrisiken für neue Anlagengenerationen werden dadurch minimiert und letztendlich die Energiegestehungskosten für Windenergie durch eine optimierte und abgesicherte Auslegung gesenkt.

Die Anlage bietet die Grundlage für eine Vielzahl unterschiedlicher Forschungsprojekte, die an einer für die Wissenschaftler vollständig zugänglichen Anlage aktuellen technischen Standards durchgeführt werden können. Als Forschungswindenergieanlage steht in Kürze der Prototyp einer neuen 8-Megawatt-Anlagenlinie zur Verfügung, deren Gondel bereits auf dem Prüfstand des DyNaLab getestet wurde.

Ähnlich wie beim Offshore-Forschungswindenergiepark Alpha Ventus sieht das Nutzungskonzept des Testfelds vor, dass die Windenergieanlage auch für weitere Partner in Zukunft als Forschungsplattform zur Verfügung steht.