applied technologies entwickelt Datengateway für das Protokoll IEC104

Die applied technologies GmbH hat ein Datengateway für das Protokoll IEC104 entwickelt. Das System wird seit August 2017 im Verteilungsnetz der Westnetz GmbH eingesetzt und kann bis zu eine Million Datenpunkte verarbeiten.

Freileitung, Westnetz
Westnetz steuert derzeit rund 18.500 Erzeugungsanlagen in seinem Netz. Dazu setzt das Unternehmen seit August 2017 auf ein Datengateway von applied technologies. (Quelle: Westnetz)

Der Verteilungsnetzbetreiber Westnetz GmbH nutzt für das Einspeisemanagement in seinem Netzgebiet die Kommunikationsinfrastruktur der Europäischen Funk-Rundsteuerung (EFR). „Die Steuerbarkeit der Erzeugungsanlagen wird durch Beschaltung der Erzeugungsanlage mit einem Empfänger der EFR erreicht“, erläutert Joachim Gantenberg, Projektleiter des Projekts IEC-Gateway bei applied technologies, die Ausgangslage. „So werden über einen topologisch berechneten Plan regionale Erzeuger heruntergeregelt, sobald die Netzstabilität in Gefahr ist“. Die Steuerung geschieht dabei aus dem Leitsystem heraus mit dem Standard-Fernwirkprotokoll IEC104.

Westnetz steuert derzeit rund 18.500 Erzeugungsanlagen über dieses System. Durch das Konzept der EFR-Ansteuerung ergeben sich je Erzeugungsanlage insgesamt sieben IEC-Datenpunkte. „Daher müssen in der aktuellen Konfiguration bereits mehr als 100.000 Datenpunkte geschaltet werden“, ergänzt Gantenberg.

Datengateway für große Mengengerüste

„Am Markt gab es keine fertigen Lösungen für ein Software-Gateway, auf die wir zurückgreifen konnten“, betont Heinrich Prein von Westnetz. „Daher wandten wir uns an applied technologies.“ Gemeinsam haben die beiden Unternehmen ein Datengateway unter anderem für das Protokoll IEC104 geplant und erstellt, das selbst für große Mengengerüste mit bis zu einer Million Datenpunkten ausgelegt ist.

„Das System ging im Sommer 2017 termingerecht in Betrieb und zeichnet sich durch hohe Stabilität und Flexibilität aus. Bis jetzt gab es keine Fehler,“ berichtet Gantenberg. Das IEC-Protokoll ist vollständig umgesetzt und selbst komplexe Redundanzszenarien können damit realisiert werden. Die Ausfallsicherheit ist somit sehr hoch. Bei höheren Anforderungen kann das System durch seine Architektur einfach skaliert werden.

„Jetzt können Konfigurationsänderungen in bestehenden Verbindungen unterbrechungsfrei vorgenommen werden. Außerdem ist das System stark ausbaufähig. Es kann eine nahezu beliebige Zahl weiterer Verbindungen zu anderen Systemen konfiguriert und aufgebaut werden“, hebt Prein die weiteren Vorteile hervor.​