Trianel, Offshore-Windpark Borkum West
Für Windparks in der Nordsee arbeitet VDE/FNN an einer weiteren separaten Anschlussregel, deren Veröffentlichung für Ende 2017 geplant ist. (Quelle: Areva Wind/Trianel/Oelker)
Die “Technische Anschlussregel Höchstspannung“ ist die letzte von vier Anschlussregeln, mit denen der europäische Network Code “Requirements for Generators“ (RfG) für Deutschland umgesetzt wird. „Damit existieren jetzt zum ersten Mal einheitliche Anforderungen an alle Arten von Kundenanlagen in der Höchstspannung: Erzeuger und Verbraucher sowie Speicher und Mischanlagen. Die neue Anwendungsregel setzt außerdem die relevanten Europäischen Network Codes (RfG, DCC) für diese Spannungsebene in Deutschland um und erleichtert so die Arbeit von Netz- und Anlagenbetreibern sowie Herstellern gleichermaßen“, erklärt Heike Kerber, Geschäftsführerin VDE/FNN.

Einheitliche Anforderungen an Offshore-Windparks

Neu sind unter anderem einheitliche Anforderungen an Offshore-Windparks, die direkt an das bestehende Höchstspannungs-Drehstromnetz angeschlossen werden. Dies ist bei den in der Ostsee geplanten Windparks der Fall. Für die Windparks in der Nordsee, die aufgrund der größeren Entfernungen per Hochspannungs-Gleichstromübertragung angeschlossen werden, arbeitet VDE/FNN an einer weiteren separaten Anschlussregel, deren Veröffentlichung für Ende 2017 geplant ist. Wesentliche Neuerungen sind:
  • Erzeugungsanlagen müssen künftig schneller auf ein Ansteigen oder Absinken der Netzfrequenz durch Anpassen ihrer Leistung reagieren.
  • Es gibt einheitliche und europarechtlich konforme Anforderungen an das Durchfahren von Netzfehlern.
  • Erstmals sind die Nachweisverfahren für die Höchstspannung einheitlich geregelt. In der Regel wird für konventionelle Kraftwerke ein Einzelnachweisverfahren und für Kundenanlagen aus Serienfertigung (zum Beispiel Windenergieanlagen) ein Anlagenzertifikat verwendet.

Änderungsvorschläge werden bis 1. Oktober 2017 berücksichtigt

Am Höchstspannungsnetz sind Erzeugungsanlagen wie Windparks, große konventionelle Kraftwerke, Industrieparks und einige besonders große Stromverbraucher wie Aluminiumhütten sowie die Verteilungsnetze angeschlossen. Die bisherigen Regeln zum Netzanschluss solcher Anlagen sind über zehn Jahre alt und entsprechen nicht den Erfordernissen der Energiewende. Im nächsten Schritt werden die bis 1. Oktober 2017 eingegangenen Änderungsvorschläge berücksichtigt.
Die neue Anwendungsregel ist Teil der Aktivitäten von VDE/FNN, den jederzeit sicheren Systembetrieb bei steigender Aufnahme von Strom aus erneuerbaren Energien  sicherzustellen. Der Entwurf ist über die Webseite http://www.vde.com/de/fnn/ verfügbar. Bis 01. Oktober 2017 können Änderungsvorschläge abgegeben werden.
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