Windenergie-Report 2017: Starker Ausbau setzt sich fort

Im Jahr 2017 stieg die Stromerzeugung in Windenergieanlagen in Deutschland um über 30 Prozent auf 107,5 Terawattstunden. Ursache dafür sind ein besseres Windjahr sowie der starke Zubau von Onshore- und Offshore-Windparks in den Vorjahren.

Die Windenergie nimmt in Deutschland mittlerweile eine zentrale Rolle ein. Ein Drittel der Bruttostromerzeugung im Jahr 2017 stammt aus erneuerbaren Energien, davon knapp die Hälfte, nämlich 16 Prozent, aus Windenergieanlagen an Land und auf See. Dies ist ein Ergebnis des »Windenergie-Report Deutschland 2017«, den das Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE) jetzt veröffentlicht hat. So stieg der Windenergiebeitrag zur Bruttostromerzeugung in Deutschland von 80 Terawattstunden im Jahr 2016 um mehr als 34 Prozent auf 107,5 Terawattstunden im Jahr 2017.

Onshore-Zubau 2017 auf Rekordniveau

An Land nahmen im Jahr 2017 insgesamt 1850 Windenergieanlagen mit 5514 Megawatt Nennleistung den Betrieb auf. Damit wurde das bisherige Rekordergebnis von 2014 mit 4665 Megawatt deutlich übertroffen. Deutschlandweit tragen mittlerweile rund 29300 Windenergieanlagen an Land mit knapp 51000 Megawatt Nennleistung zur Energieversorgung bei. Der größte absolute Leistungszubau fand mit 1445 Megawatt in Niedersachsen statt.

Die im Jahr 2017 in Betrieb genommenen Onshore-Anlagen haben im Durchschnitt eine Nabenhöhe von 128 Meter, einen Rotordurchmesser von 113 Meter und eine Nennleistung von 3 Megawatt. Gegenüber dem langjährigen Mittel und vor allem im Vergleich zu 2016 waren die Windbedingungen und Erträge im Jahr 2017 überdurchschnittlich gut. Der Windpark Deutschland erreichte durchschnittlich 1760 Volllaststunden. Für die im Jahr 2017 neu errichteten Anlagen werden im langjährigen Mittel dagegen 2738 Volllaststunden erwartet.

Offshore-Leistung überschreitet 5-Gigawatt-Marke

In deutschen Gewässern haben im Jahr 2017 insgesamt 221 Windenergieanlagen mit 1249 Megawatt Nennleistung ihren Betrieb aufgenommen. So wurden in der Nordsee vier Offshore-Windparks mit 151 Anlagen und 895 Megawatt ganz oder teilweise fertiggestellt, in der Ostsee ein Windpark mit 70 Anlagen und 350 Megawatt Nennleistung. Somit erzeugten im Jahr 2017 in Deutschland insgesamt 1168 Offshore-Anlagen mit einer Nennleistung von 5387 Megawatt rund 18,2 Terawattstunden Strom.

In deutschen Gewässern stehen die Offshore-Windenergieanlagen im Mittel rund 60 Kilometer von der Küste entfernt und in 29 Meter Wassertiefe. Die im Jahr 2017 fertiggestellten Offshore-Windenergieanlagen haben im Mittel 5,5 Megawatt Nennleistung. »Anlagen mit 5 bis 6 Megawatt sind noch Stand der Technik. Vor allem die Ergebnisse der ersten Ausschreibungsrunde für Offshore-Projekte in Deutschland zeigen, dass die nächste Anlagengeneration mit Nennleistungen von 8 bis 10 Megawatt und mehr für künftige Projekte in den Fokus der Projektentwickler rücken«, betont Prof. Kurt Rohrig, stellvertretender Institutsleiter am Fraunhofer IEE Herausgeber des »Windenergie-Report Deutschland 2017«.

Windenergie-Report mit Special Reports zu aktuellen Branchenthemen

Der »Windenergie-Report Deutschland 2017« dokumentiert und veranschaulicht die Rolle der Windenergie im Mix der erneuerbaren Energien, die Entwicklung der Windenergie onshore sowie offshore und die Herausforderungen der Netzintegration. Mit dem jährlich erscheinenden Report liefert das Fraunhofer IEE seit dem Jahr 1991 Zahlen und Statistiken zur Entwicklung der Windenergienutzung. In sechs »Special Reports« berichten Gastautoren unter den folgenden Titeln zu aktuellen Forschungsthemen:

  • Windenergie – wo stehen wir, wie geht es weiter?
  • Energieprognosen 2.0
  • Multitalent Lidar
  • Größer, höher, smarter?
  • Durch Auktionen wirklich günstiger?
  • Submariner Energiespeicher; Betonkugel im Bodensee

Der »Windenergie-Report Deutschland 2017« erscheint im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Vorhabens »Windenergie-Informations-Daten-Pool – WinD-Pool« und kann ⇒hier bestellt werden.