Übertragungsnetz, Amprion
Die Stromnetze werden immer häufiger an ihren Grenzen betrieben, weil der Ausbau der erneuerbaren Energien, vor allem bei Offshore-Windenergie, eine stärkere Netzauslastung verursacht. (Quelle: Amprion)
Ein Grund für die hohe Qualität der Stromversorgung in Deutschland im Jahr 2016 sind die vergleichsweise positiven Wetterbedingungen. So haben sich Gewitter- und Sturmfronten weniger nachteilig auf die Versorgungszuverlässigkeit ausgewirkt als in anderen Jahren. Die hohe Qualität der Stromversorgung in Deutschland ist aber auch Ergebnis eines steigenden Aufwands der Netzbetreiber. So ergreifen die Unternehmen immer häufiger Redispatch-Maßnahmen, das heißt, sie passen die Einspeisung von Kraftwerksleistung an. Außerdem regeln sie die Einspeisung von Erneuerbare-Energien-Anlagen ab.

Stromnetze stoßen an ihre Grenzen

Stromnetze werden immer häufiger an ihren Grenzen betrieben, weil der Ausbau der erneuerbaren Energien, vor allem bei Offshore-Windenergie, eine stärkere Netzauslastung verursacht. Heike Kerber, Geschäftsführerin des VDE/FNN, erklärt: “Die Verlagerung der Stromerzeugung in lastschwache Regionen fordert die Netze in ihrem aktuellen Zustand sehr stark heraus. Um Engpässe in den Netzen zu beseitigen, müssen Netzbetreiber immer häufiger eingreifen. Die hohe Versorgungszuverlässigkeit wird durch einen enormen Aufwand im Netzbetrieb erkauft. Hier kann man die Zahlen der Bundesnetzagentur zu Aufwand und Kosten für Ausgleichsmaßnahmen heranziehen. Entscheidend ist: Um eine sichere und zuverlässige Stromversorgung zu gewährleisten, muss das Netz weiterentwickelt und, wo nötig, ausgebaut werden.“

Ereignisse höherer Gewalt

Werden Fälle höherer Gewalt berücksichtigt, lag die durchschnittliche Unterbrechungsdauer je Stromkunde im Jahr 2016 bei 12,1 Minuten (2015: 15,3 Minuten). Ereignisse höherer Gewalt waren im vergangenen Jahr vor allem die durch starke Regenfälle in Süddeutschland verursachten Hochwasser Ende Mai und Anfang Juni. Die Häufigkeit der Versorgungsunterbrechung je Stromkunde lag 2016 einschließlich der auf höhere Gewalt zurückgeführten Ereignisse bei 0,24 Ausfällen (2015: 0,29). Das bedeutet, dass ein Kunde durchschnittlich nur alle vier Jahre mit einem Ausfall rechnen muss.

Entwicklung transparent machen

Ziel der jährlichen VDE/FNN-Störungs- und Verfügbarkeitsstatistik ist es, die Entwicklung der Qualität der Stromversorgung in Deutschland transparent zu machen. Die Daten repräsentieren über 75 Prozent des deutschen Stromnetzes.
LINKVDE/FNN
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