Energiebunker
Das EEG 2017 sieht für den Zeitraum 2018 bis 2020 eine Pilotphase für Innovationsausschreibungen vor. Jährlich sollen 50 Megawatt ausgeschrieben werden. (Quelle: Hamburger Energie)

Das EEG 2017 sieht für den Zeitraum 2018 bis 2020 eine Pilotphase für Innovationsausschreibungen vor. Jährlich sollen auf diese Art 50 Megawatt ausgeschrieben werden. Mit der Studie „Design von Innovationsausschreibungen im EEG 2017. Innovation Balancing für ein integriertes Energiesystem“ haben der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) und die Deutsche Messe AG einen Entwurf für mögliche Innovationsausschreibungen vorgelegt.

Ziel des Ausschreibungsdesigns ist es, dass die zum Einsatz kommende Technik und die Vermarktung ausbalanciert und kosteneffizient betrieben werden. Über systemdienliche Anlagenauslegungen sollen nach dem Prinzip „Nutzen statt abregeln“ neue Geschäftsmodelle ermöglicht werden. Jedes Jahr müssen Anlagenbetreiber über ihre tatsächliche Netzeinspeisung belegen, dass sich ihre Anlagen systemdienlich verhalten. Andernfalls wird im Folgejahr die Basisvergütung reduziert. Die Reduzierung leitet sich prozentual aus der Zielverfehlung ab.

Systemdienlich auslegen

Anlagenbetreiber werden so gezwungen, mit einem kostenoptimalen Verhältnis zwischen technischer Innovation und der Nutzung innovativer Geschäftsmodelle in der Ausschreibung anzutreten. Sie haben jedoch die Möglichkeit nachzusteuern, indem sie etwa ihre erneuerbaren Anlagen systemdienlicher auslegen. Außer der honorierten Umsetzung technischer Innovationen ist es der Studie zufolge Anlagenbetreibern möglich, über alternative Vermarktungsmodelle Strom zu nutzen, der bislang abgeregelt wird. Dadurch können Erlöse außerhalb des Fördersystems erwirtschaftet werden.

Zwei Parameter sind vorgegeben

In den einzelnen Ausschreibungsrunden werden zwei Parameter vorgegeben, die Systemdienlichkeitsschwelle und ein Mindestanteil an erneuerbarer Energie, der über das Jahr möglichst gleichmäßig verteilt in das Stromnetz eingespeist werden soll. Die Ausschreibungsteilnehmer müssen für sich eine vorteilhafte Kombination aus technischer und marktbasierter Innovation finden. An sie wird die Anforderung gestellt, das Stromnetz nicht unverhältnismäßig hoch zu belasten. Dafür erhalten sie eine in der Ausschreibung ermittelte Basisvergütung.

Das vorgeschlagene Konzept sieht Ausschreibungen einmal jährlich vor. Der Zuschlag geschieht anhand des Gebotspreises (Basisvergütung). In der Pilotphase gilt das Marginalpreisprinzip. Die Mindestangebotsgröße beträgt 750 Kilowatt, die maximale Angebotsgröße 15 Megawatt. Bezuschlagte Gebote können variabel von Jahr zu Jahr einen Anteil von bis zu 20 Prozent der Jahresstunden nominieren, die nicht vergütet werden. Im Gegenzug wird die Vergütung in den nichtnominierten Stunden um 1/(1 – x %) angepasst (Aufschlag auf die Basisvergütung). Der Anteil der nichtvergüteten Stunden kann durch den Anbieter frei gewählt werden.

Nachvollziehbare Kriterien

Das Konzept zeichnet sich laut Harald Uphoff, komissarischer Geschäftsführer des BEE, durch einfach nachvollziebare Kriterien für die Ausschreibungen aus. Gleichzeitig beruht das Nachweisverfahren zur Bewertung der netzdienlichen Anlagenbetriebsweise auf schnell durchführbaren physikalischen Überprüfungen. Die Anforderungen können durch innovative Anlagentechnik, innovative Vermarktung oder eine Kombination beider erfüllt werden.

Doppelte Waage

Das Ausschreibungsverfahren funktioniert dabei wie eine doppelte Waage. Vorgaben in der Ausschreibung steuern unter Berücksichtigung der Systemkosten den Grad der geforderten Innovation.

Das Ausschreibungsverfahren funktioniert wie eine doppelte Waage. (Quelle: e4tech)

„Der Innovation-Balancing-Ansatz erfüllt die Anforderungen der Politik und unterstützt einen Ausbau und Einsatz erneuerbarer Energien“, erklärt Banjamin Low, Global Director Energy der Deutschen Messe AG. Auf der Hannover Messe 2017 werden die Ergebnisse der Studie im Ausstellungsbereich Integrated Energy Plaza präsentiert.