Stationsautomatisierung durchgängig nach IEC 61850 planen

Aucotec hat in Kooperation mit dem IEC-61850-Experten H&S eine integrierte Lösung für die einfache Projektierung digitaler Schaltanlagen entwickelt. Sie kombiniert die elektrotechnische Planung mit der IEC-konformen Beschreibung der Schaltanlage.

Ein Fokus der Aucotec AG auf der SPS IPC Drives 2018 ist ihre neue Engineering-Lösung zur automatisierten, IEC-konformen Beschreibung digitaler Umspannwerke. Die Definitionen von Konfiguration und Strukturen der Schutz- und Leittechnik müssen nach IEC 61850 im Format SCL (Substation Configuration Language) erfolgen. Doch viele Engineeringtools tun sich schwer mit einer effizienten Normumsetzung und dem Verständnis für die neutrale SCL. Die Lösung von Aucotec kombiniert nun die elektrotechnische Planung mit normgerechter Schaltanlagenbeschreibung in bislang ungekannter Effizienz.

Kooperation mit dem IEC-61850-Experten H&S

Damit Projektierer nicht mit verschiedenen herstellerspezifischen Tools jonglieren müssen, die jeweils nur eine Systemebene der Stationsautomatisierung abdecken können, hatte sich Aucotec schon vor Jahren mit dem Dortmunder Systemhaus H&S zusammengetan. Deren neutrales Konfigurationswerkzeug SCT (Substation Configuration Tool) auf SCL-Basis wurde jetzt noch tiefer in die datenzentrierte Kooperationsplattform Engineering Base (EB) von Aucotec integriert. Die Kopplung reicht nun bis tief in die Anlagenstruktur. Bisher ließen sich die Informationen zu den Hochspannungsgeräten „nur“ auf Single-Line-Ebene online austauschen.

Aucotec, IEC_61850
IEC 61850-gerecht bis zur Geräte-Ebene: In Engineering Base entstehen die IID-Files automatisch, durch einfache grafische Verknüpfung der IED mit den Geräten (Quelle: Aucotec AG)

Leittechnik automatisch konfiguriert

Mit der Vertiefung der Kopplung erkennt EB die Intelligent Electronic Devices (IED). Durch ihr schlichtes grafisches Verbinden mit den einzelnen Geräten entsteht in Engineering Base automatisch das IID-File (Instantiated IED Description) zur Konfiguration der Leittechnik. Das aufwändige Zusammentragen und Formulieren der XML-Definitionen für die Leitebene entfällt komplett. Die Planer müssen daher weder XML „sprechen“ können noch IEC 61850-Experten sein.

Der IID-Dateikonfigurator der Engineering Base versorgt das SCT mit den normativen Daten, die dort zukunftssicher archiviert sind. Damit ergänzt er als weitere „Synapse“ zu den leittechnischen „Anlagengehirnen“ das DCS-Portal der Engineering Base, das als Brücke vom Anlagendesign zur Leitsystem-Programmierung ebenfalls im Messefokus von Aucotec zur SPS IPC Drives steht.

Konsequent einheitlich

„Durch die synchrone Kopplung von EB und SCT können Netzbetreiber den Netzausbau signifikant vorantreiben“, sagt Michaela Ott, Produktmanagerin bei Aucotec. Daten müssen nicht mehr redundant eingegeben werden. „Durch konsequenter Vereinheitlichung benötigen Anlagenbauer und -betreiber nur noch ein Systemkonfigurations-Tool, also auch weniger Schulungs- und Pflegeaufwand“, so Ott.

Die Prozesskette würde damit deutlich durchgängiger, vom Übersichtsschaltplan bis zu den Engineering-Details der Geräte. So lassen sich nicht nur Abstimmungsfehler vermeiden, sondern auch Zeit und Kosten sparen.