Sanierungsmaßnahmen im PSW Rönkhausen laufen

Mark-E und Stawag haben mit den Sanierungsmaßnahmen für das Pumpspeicherkraftwerk Rönkhausen begonnen. Insgesamt 25 Millionen Euro investieren die beiden Unternehmen, um das Kraftwerk bis zum Jahr 2045 weiter betreiben zu können.

Die Mark-E Aktiengesellschaft (Mark-E) und die Stadtwerke Aachen AG (Stawag) haben mit den Arbeiten zur Zukunftssicherung des Pumpspeicherkraftwerks (PSW) in Finnentrop-Rönkhausen begonnen. Die von beiden strategischen Partnern gegründete Gesellschaft „PSW Rönkhausen GmbH & Co. KG“ hat Mark-E als Generalunternehmer mit den Sanierungs- und Revisionsmaßnahmen beauftragt. Mark-E pachtet das Pumpspeicherkraftwerk von der gemeinsamen Gesellschaft und wird somit, wie in den vergangenen 50 Jahren, auch in Zukunft Einsatzweise, Betrieb und Vermarktung des PSW verantworten.

Insgesamt belaufen sich die nun vorgesehenen Investitionen auf rund 25 Millionen Euro, die im Rahmen einer Projektfinanzierung bereitgestellt werden. Zielsetzung der Maßnahmen ist der Weiterbetrieb des PSW bis zum Jahr 2045.

Maßnahmenpaket

Für den sicheren und wirtschaftlichen Weiterbetrieb war nach fast 50 Jahren Betrieb ein umfangreiches Maßnahmen-Paket erforderlich. Die wesentlichen Maßnahmen sind:

  • Instandsetzung der alten Abdichtung des Oberbeckens (rund 100.000 Quadratmeter). Hierzu wird das Oberbecken abgefräst und mit einer neuen Dichtung versehen.
  • Erweiterung der Speicherkapazität um rund 70.000 Kubikmeter beziehungsweise 45 Megawattstunden durch Errichtung einer rund 1,20 Meter hohen Wellenschutzwand sowie der Erhöhung der Überlaufschwelle am Unterbecken.
  • Durchführung einer großen Revision an beiden Maschinensätzen (letzte große Revision im Jahr 2003). Hierzu wurden bereits die Hauptkomponenten (Pumpturbinen und Kugelschieber) komplett demontiert und zur Werksüberholung nach Süddeutschland transportiert.

Die Arbeiten sollen im Oktober 2018 beendet werden. Im Anschluss erfolgt die Wieder-Inbetriebnahme und der Probebetrieb.

Hintergrund: PSW Rönkhausen

Das PSW Rönkhausen ist eines von zwei Pumpspeicherkraftwerken in Nordrhein-Westfalen. Es wurde im Zeitraum 1965 bis 1968 errichtet und ist seit dem Jahr 1969 im kommerziellen Betrieb. Das PSW Rönkhausen verfügt über eine installierte Leistung von 140 Megawatt, aufgeteilt auf zwei Pumpturbinen mit einer Leistung von jeweils 70 MW.

Die derzeitige Speicherkapazität des Oberbeckens beträgt rund 690 Megawattstunden. Das Becken kann binnen 5 Stunden befüllt oder geleert werden. Durch die nun vorgesehenen Maßnahmen erhöht sich unter anderem die Speicherkapazität auf 735 MWh. Der Strombezug und die Einspeisung des erzeugten Stroms erfolgen über das 110-kV-Netz der Enervie Vernetzt GmbH. Die ursprünglich im Jahr 2018 auslaufende Betriebsgenehmigung für das PSW Rönkhausen wurde seitens der Bezirksregierung Arnsberg bereits bis 2045 verlängert.