RheinEnergie testet stromerzeugenden Bodenbelag

Die RheinEnergie AG testet auf dem Gelände ihrer Hauptverwaltung einen stromerzeugenden Bodenbelag. Die begehbaren Platten können jedoch mehr. Durch verbaute LED-Leuchten lassen sich zum Beispiel individuelle Verkehrslösungen schaffen.

Auf einer Fläche von rund vier Quadratmetern hat die RheinEnergie AG zusammen mit dem Kooperationspartner Energy Floors neun solare, begehbare Bodenplatten mit jeweils 60 mal 60 cm verbaut. Die beiden Unternehmen wollen auf dieser Testfläche die Funktionsweise und Belastbarkeit der smarten Gehwegplatten über einen Zeitraum von einem Jahr beobachten. „Wir testen das Produkt auf seine Praxistauglichkeit: Wie belastbar sind die Platten, wie rutschfest ist ihre Oberfläche bei Regen, verträgt das Material im Winter Streusalz?“, beschreibt Kristin Bürker, bei RheinEnergie verantwortlich für das Projekt.

Die in die Bodenplatten eingebauten Photovoltaikzellen produzieren bei Sonneneinstrahlung Solarstrom. Das Solarmodul einer Platte hat eine Leistung von 35 Watt peak. Ein Aluminiumrahmen und eine für die Rutschfestigkeit angeraute Glasoberfläche schützen die sensible Technik im Innern der Bodenplatte.

Bewegungssensoren und LED

Die smarten Platten können jedoch noch viel mehr als Strom zu erzeugen: Eingebaute Sensoren geben Informationen über das Bewegungsverhalten. So können durch verbaute LED-Leuchten mit dem Bodenbelag individuelle Verkehrslösungen geschaffen werden, zum Beispiel eine nächtliche Straßenbeleuchtung für Fußgänger.

Die Testfläche befindet sich noch auf dem Gelände der RheinEnergie-Hauptverwaltung. Die solaren Bodenplatten könnten in Zukunft aber auch im öffentlichen Straßenraum zum Einsatz kommen. „Ballungsräume wie Köln brauchen viel Strom. Die Erzeugung von nachhaltigem Strom erfordert aber viel Fläche“, erklärt Matthias Dienhart, Leiter des Bereichs Energiewirtschaftliche Grundsatzfragen bei der RheinEnergie. „Versiegelte Flächen gibt es in Großstädten sehr viele. Mit solaren Bodenplatten ließe sich ein Teil davon zur Stromerzeugung nutzen.“

Stromerzeugender Bodenbelag als Dienstleistung

Dabei beschränkt sich RheinEnergie nicht nur auf die Technologie des Kooperationspartners Energy Floors. Auf der Testfläche will das Unternehmen in den kommenden Monaten auch stromerzeugende Bodenplatten anderer Hersteller installieren, um die Produkte miteinander vergleichen zu können. Ist der Test erfolgreich, will RheinEnergie die Verlegung und elektrische Anbindung sowie die Wartung und Instandhaltung eines stromerzeugenden Bodenbelags in Zukunft im Rahmen seiner Quartierskonzepte Geschäftskunden und Kommunen als Dienstleistung anbieten.

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