Outsourcing der Abrechnungsprozesse: Darauf kommt es an

Immer mehr Netzbetreiber lagern ihre Abrechnungsprozesse an einen Dienstleister aus. Welche Kriterien sie bei der Auswahl eines geeigneten Partners berücksichtigen sollten, erläutert der IT-Dienstleister prego services.

Die regulatorischen Anforderungen an Netzbetreiber werden immer komplexer und unterliegen einem ständigen Wandel. Dazu tragen auch das Messstellenbetriebsgesetz und der damit verbundene Rollout intelligenter Messsysteme bei.

Kernprozesse wie die Abrechnung können Netzbetreiber deshalb nur noch mit sehr viel Aufwand in der erforderlichen Qualität umsetzen. Sie müssen ihre Mitarbeiter fortlaufend qualifizieren sowie ihre Prozesse und Systeme ständig an geänderte Rahmenbedingungen anpassen, und das bei steigendem Kostendruck.

Aus diesen Gründen erwägen viele Netzbetreiber, ihre Abrechnungsprozesse an einen Dienstleister auszulagern. Der auf die Energiebranche spezialisierte IT-Dienstleister prego services erläutert, worauf bei der Auswahl eines geeigneten Partners zu achten ist.

Stringentes Mahnwesen

Netzbetreiber sollten einen Fokus darauf legen, das Risiko von Forderungsausfällen zu minimieren. Stringente Mahnprozesse leisten dazu einen wichtigen Beitrag. Vor allem im Rahmen der Netznutzung gegenüber Lieferanten und Einspeisekunden müssen die Mahnprozesse klar strukturiert und über alle Mahnstufen hinweg definiert sein. An einen Outsourcing-Dienstleister ergibt sich daraus die Anforderung, die notwendige Erfahrung und erforderliche Sensibilität mitzubringen, um mit den energiewirtschaftlichen Mahnprozessen professionell umzugehen.

Effizientes EEG-Meldewesen

Genauso wichtig sind effiziente und abgestimmte Abläufe im EEG-Meldewesen gegenüber den Übertragungsnetzbetreibern. Sie schützen die Verteilungsnetzbetreiber vor Fristüberschreitungen und vor damit verbundenen Vertragsstrafen sowie Zahlungsausfällen durch unvollständige Datenmeldungen. Basis für ein funktionierendes EEG-Meldewesen sind eine hohe Stammdatenqualität, ein effizienter Neuanlageprozess und eine enge Verzahnung mit der EEG-Abrechnung.

Automatisierter Neuanlageprozess

Für die Bilanzierung und korrekte Abrechnung hat ein weitgehend automatisierter Neuanlageprozess einen großen Einfluss. Der Fokus ist hier auf die Schnittstellen zu legen, vom Auftragseingang über die Zählersetzung und Inbetriebnahme bis zur Abrechnung. Dabei sollten auch komplexe Einspeiseanlagen und vor allem Anlagen mit registrierender Leistungsmessung im Geschäftskundenbereich abgedeckt sein.

Branchenspezifische Mitarbeiterqualifikation

Die nötige Prozess- und Stammdatenqualität verlangt einen fachgerechten Umgang und damit Branchen-Know-how. Der BPO-Dienstleister muss deshalb Mitarbeiter mit einer hohen Energiemarktkompetenz bereitstellen.

Transparente Leistungsscheine

Schnittstellen und Aufgabenabgrenzung sollten mit dem Outsourcing-Dienstleister eindeutig und vor allem frühzeitig geklärt sein. Bietet der Dienstleister skalierbare Leistungen an, können auch künftige Anforderungen abgedeckt werden.

Verbindliche Service-Level-Agreements

Ein entscheidender Faktor für die Qualitätssicherung ist nicht nur die branchenspezifische Qualifikation der Mitarbeiter des Outsourcing-Dienstleisters, sondern auch die Vereinbarung verbindlicher Service-Level-Agreements für beide Seiten. Werden diese mit einem transparenten Reporting kombiniert, reduziert das den Aufwand für die Dienstleistersteuerung auf Seiten des Auftraggebers.

Thomas Weichelt, prego services
Thomas Weichelt: Durch die Auslagerung der Abrechnungsprozesse an einen geeigneten Partner können sich Netzbetreiber auf die Entwicklung neuer, smarter Geschäftsmodelle konzentrieren. (Quelle: prego services)

„Durch die Auslagerung ihrer Abrechnungsprozesse an einen geeigneten Partner können Netzbetreiber nicht nur auf den steigenden Kostendruck reagieren“, sagt Thomas Weichelt, Business Consultant Utility bei prego services. „Sie können damit auch ihre digitale Transformation unterstützen und so den Weg zu Utility 4.0 ebnen. Die freigesetzten Budgets und die gewonnene Zeit schaffen Freiraum für die nötige Entwicklung neuer, smarter Geschäftsmodelle.“