Günstigere Gaspreise durch Nord Stream 2

Die Gaspipeline Nord Stream 2 führt zu niedrigeren Gaspreisen in der EU, so eine Untersuchung von ewi Energy Research & Scenarios. Je nach globaler LNG-Nachfrage könnten Gasverbraucher in der EU im Jahr 2020 zwischen 8 und 24 Milliarden Euro sparen.

Die geplante Gaspipeline Nord Stream 2 soll ab Ende 2019 zusätzliches Gas nach Europa bringen und damit auch den Wettbewerb zwischen den Gasquellen in der EU erhöhen. Wie eine neue Studie von ewi Energy Research & Scenarios (ewi ER&S) zeigt, muss mit Fertigstellung von Nord Stream 2 weniger LNG in die EU importiert werden. Konsequenz sind niedrigere Importpreise für LNG. Da LNG die preissetzende Versorgungsquelle in der EU ist, verringert dies generell die Gaspreise in der EU. Dabei profitieren laut Studie alle EU-Länder von dem Nord-Stream-2-Effekt auf die LNG-Preise, einschließlich der Länder Mittel- und Südosteuropas.

Reduzierung der Kosten zwischen 8 und 24 Milliarden Euro

Die Studie zeigt, dass bei einer vergleichsweise niedrigen globalen LNG-Nachfrage die EU-Großhandelsgaspreise mit Nord Stream 2 im Jahresdurchschnitt 2020 rund 1,6 Euro je Megawattstunden oder 8 Prozent niedriger sein würden, als ohne die neue Gaspipeline.

Entsprechend müssen Endverbraucher in der EU-28 im Jahr 2020 rund 7,9 Milliarden Euro weniger für ihr Gas zahlen. Bei einer hohen globalen LNG-Nachfrage würde Nord Stream 2 die Gasrechnung im Jahr 2020 der EU-28 sogar um 24,4 Milliarden Euro reduzieren.

Nord Stream 2 macht russisches Gas wettbewerbsfähiger

„Wir wissen nicht, wie sich die globalen LNG-Märkte und die LNG-Importpreise in den kommenden Jahrzehnten entwickeln werden“, sagt Harald Hecking, Leiter der Studie und Geschäftsführer von ewi ER&S. „Aber wir wissen, dass mehr Wettbewerb zwischen den Gasquellen die Gaspreise in den EU-Mitgliedstaaten reduzieren wird.

Nord Stream 2 verringert die Kosten russischer Gasexporte nach Europa und macht damit russisches Gas in Europa wettbewerbsfähiger. Billigeres russisches Gas wird nicht nur die LNG-Preise senken, sondern ist auch eine Alternative zu LNG-Importen in Zeiten von Knappheit auf den globalen LNG-Märkten.“

Versorgungslücke ab 2030 wird gefüllt

Die Erdgasförderung in der EU wird voraussichtlich bis 2030 abnehmen, während die Gasnachfrage nur geringfügig zurückgeht. Da auch die Gasimporte aus Norwegen und Nordafrika stagnieren, kann die daraus resultierende zukünftige Versorgungslücke durch eine Kombination von LNG-Importen und zusätzlichen russischen Pipelineimporten gefüllt werden. Nord Stream 2 bietet zusätzliche Importmengen von russischem Gas an.

Die Studie wurde von ewi ER&S im Auftrag von Nord Stream 2 durchgeführt. Die englischsprachige Studie steht unter ⇒www.ewi.research-scenarios.de zum Download zur Verfügung.

LINKewi ER&S
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