Rheinenergie, Elektromobilität am Köln-Bonn Airport
Die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen ist in Deutschland derzeit noch gering. Viele Vorurteile beruhen allerdings auf geringem Wissen über Elektromobilität. (Quelle: Rheinenergie)

Nach dem Willen der Bundesregierung sollten bis 2020 über eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen rollen. Diese Zielvorgabe wird weit verfehlt. Wie eine Erhebung der Creditreform Boniversum zeigt, ist die Bereitschaft zur Anschaffung eines Elektromobils trotz Prämie bei den meisten Verbrauchern weiterhin gering. Zwar geben knapp drei Prozent der befragten Verbraucher an, bereits ein Elektromobil zu besitzen und sechs Prozent planen eine Anschaffung in den nächsten sechs Monaten. Hierunter fallen allerdings auch potenzielle Käufern eines Elektrofahrrads. Die Mehrheit der Befragten jedoch, 56 Prozent, hat noch nicht über die Anschaffung eines Elektroautos nachgedacht.

Angst vor Problemen mit dem Akku und geringer Reichweite

Die mit Abstand größten Bedenken bei einem Umstieg auf ein Elektromobil betreffen die Reichweite von Elektrofahrzeugen sowie die Zuverlässigkeit der Technik. Zwei Drittel der Befragten (67 Prozent) schätzen die Reichweite von E-Mobilen als zu gering ein und fast jeder zweite Befragte befürchtet, aufgrund technischer Defekte liegen zu bleiben. Andere Probleme und Sicherheitsbedenken rangieren mit deutlichem Abstand auf den hinteren Plätzen.

Vorurteile beruhen auf geringem Wissen

Allerdings bewerten Personen, die sich bereits für die Anschaffung eines Elektromobils interessiert haben oder eines besitzen, die Problembereiche von Elektrofahrzeugen weniger dramatisch. Zudem schätzen sie den voranschreitenden Ausbau der Ladeinfrastruktur optimistischer ein als diejenigen Personen, die sich weniger oder gar nicht mit dem Thema befasst haben. Die vorliegenden Daten legen die Vermutung nahe, dass die eher negative Einschätzung der Elektromobilität auf geringem Wissen beruht. Die Vorteile dieser Technologie, wie der geringe Verschleiß und die verzögerungsfreie Beschleunigung, haben sich bislang kaum herumgesprochen.

Steuerermäßigungen und einheitliches Bezahlsystem für das Aufladen

Der Ausbau öffentlicher Ladestationen steht mit 83 Prozent der Nennungen auf Platz Eins der von den Verbrauchern gewünschten staatlichen Fördermöglichkeiten. Danach folgen mögliche Steuerermäßigungen (72 Prozent), Prämien und Zuschüsse (68 Prozent) für den Kauf von Elektrofahrzeugen und der Wunsch nach einer Vereinheitlichung der Bezahlmöglichkeiten bei der Bezahlung beim laden (64 Prozent).

Zugangskarte oder Handy-App

Ihren Strom bezahlen möchten die befragten Verbraucher am liebsten mit einer Zugangskarte, per Dateneingabe an der Ladestation oder auch per Handy-App. Bei der Frage nach der dafür bevorzugten Bezahlart wünschen sich die meisten Verbraucher (31 Prozent) Bezahlsysteme wie Pay Pal oder Sofortüberweisung.de. Danach folgen das elektronische Lastschriftverfahren, die Kreditkarte (jeweils 21 Prozent) und die Bezahlmöglichkeit auf Rechnung (19 Prozent).

E-Mobilität bleibt Dauerbrenner

“Auch wenn die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen derzeit noch gering ist, das Thema E-Mobilität bleibt ein Dauerbrenner“, so Manuel Friedrich von Boniversum. “Die stetige Verbesserung der Ladeinfrastruktur und der Akku-Reichweiten sorgen für mehr Akzeptanz. Mehr Informationen über die tatsächlichen Leistungspotenziale der E-Mobilität und die Entwicklung eines einfachen, einheitlichen Bezahlsystems in Hinblick auf die kostenpflichtige Aufladung würden diesen Prozess verstärken.“

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