E-Mobilität: Zielgerichteter Netzausbau durch fundierte Prognosen

Der Ladebedarf für E-Fahrzeuge stellt hohe Anforderungen an die Verteilungsnetze. Für die Abschätzung des notwendigen Netzausbaus bietet innogy jetzt eine Software mit fundierter Datengrundlage. Die ELE GmbH setzt diese Lösung als erster Referenzkunde ein.

Kooperation, ELE innogy, Elektromobilität
Präsentierten die Kooperation auf der E-world 2018 in Essen: Hildegard Müller, Vorstand Netz & Infrastruktur innogy SE, und Ulrich Köllmann, Geschäftsführer ELE. (Quelle: innogy)

Die E-Mobilität ist im Kommen. Ungenau sind die Prognosen allerdings häufig, wenn es um das konkrete Wann und Wo geht. Vor allem Verteilungsnetzbetreiber stellt das vor eine große Herausforderung, müssen sie die Netze doch für den steigenden Ladebedarf an E-Fahrzeugen ertüchtigen. Eine Software von innogy ermöglicht nun fundierte Prognosen darüber, wo sich die Zahl an Ladepunkten besonders stark entwickeln wird, und mit ihr die Notwendigkeit, die Netze regional auszubauen.

„Mittelfristig stellt die steigende Zahl an E-Fahrzeugen eine enorme Herausforderung für die Stromnetze dar“, so Hildegard Müller, Vorstand Netz & Infrastruktur der innogy SE. „Um dieser Herausforderung zu begegnen, müssen die Netze intelligenter und auch kosteneffizient ausgebaut werden.“ Für einen zielgerichteten Netzausbau liefert die Softwarelösung von innogy nun eine deutlich verbesserte Datenbasis.

Software für den zielgerichteten Netzausbau

Bei der innogy-Tochter Westnetz, einem der größten deutschen Verteilungsnetzbetreiber, fließen die Prognosen der Software bereits in die Ausbauplanung ein. Darüber hinaus konnte mit dem regionalen Versorger ELE (Emscher Lippe Energie GmbH), zuständig für die Städte Bottrop, Gelsenkirchen und Gladbeck, nun ein erster Referenzkunde gewonnen werden.

„Die Planung des Netzausbaus ist ein langfristiges Geschäft, bei dem eine möglichst gute Datenbasis besonders wichtig ist“, betont Ulrich Köllmann, Geschäftsführer der ELE.  „Durch sehr detaillierte lokale Prognosen bietet uns das Werkzeug von innogy gute Möglichkeiten, das Netz in unserer Region dort zu ertüchtigen, wo wir zusätzlichen Bedarf erkennen. So wird es möglich, zielgerichteter und kosteneffizienter in Leitungen, Transformator-Stationen und die intelligente Kommunikation im Netz zu investieren. Im Rahmen des Projekts mit innogy fließen die Ergebnisse des Tools daher ab sofort auch in unsere Netzplanung ein“, so der Geschäftsführer des regionalen Versorgers, an dem innogy zu rund 50 Prozent beteiligt ist.

Regionale Prognosen als Grundlage für den Netzausbau

Konkret verknüpft die Software von innogy die Daten des Unternehmens mit soziodemografischen Daten wie Alter, Kaufkraft und Technikaffinität, die von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) erhoben werden. Als Ergebnis entstehen regionale Prognosen darüber, wie sich die Zahl an Ladepunkten für E-Fahrzeuge kurz- bis mittelfristig entwickeln wird. In Quadranten von 100 mal 100 Metern ergeben sich dann sogenannte Hotspots, in denen der Bedarf an zusätzlicher Netzinfrastruktur, als Folge von mehr Ladepunkten, besonders groß sein wird.

Innogy hat allein in Deutschland bereits über 5300 vernetzte Ladepunkte für E-Fahrzeuge errichtet. In der nun präsentierten Softwarelösung fließen die Erkenntnisse aus verschiedenen Geschäftsfeldern zusammen. Das Angebot wird ab sofort auch weiteren Netzbetreibern zur Verfügung gestellt.