Designetz, Innogy
Designetz startet in die Projektphase: Joachim Schneider, Bereichsvorstand Technik & Operations der Innogy SE, Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW, und Hildegard Müller, Vorstand Netz & Infrastruktur der Innogy SE, auf der Auftaktveranstaltung (Quelle: obs/Innogy SE)
Konsortialführer des Projekts Designetz ist Innogy. Insgesamt arbeiten 45 Partner aus Energiewirtschaft, Industrie, Wissenschaft und Stadtwerken zusammen. „Unser Ziel ist es, mit Designetz die Blaupause für die Energiewende zu entwickeln“, betont Hildegard Müller, Vorstand für Netz & Infrastruktur der Innogy SE, bei der Auftaktveranstaltung.

Datenknoten sind Kernelement

Kernelement von Designetz sind Datenknoten. Sie vernetzen die Einzelprojekte und über sie können die jeweiligen Energiebereiche gezielt angesteuert werden. Für diesen Zweck werden Algorithmen entwickelt, die erkennen, welche Elemente zu welchem Zeitpunkt eingesetzt werden sollten.

Wasserstoff wird ins Erdgasnetz eingespeist

Am Standort Ibbenbüren wird als einer der Bausteine seit dem Jahr 2015 die Speicherung regenerativer Energien erprobt. In einer Power-to-Gas-Anlage wird nicht direkt verwertbarer Strom aus Wind- oder Sonnenenergie genutzt, um Wasserstoff mit Elektrolyse zu erzeugen. Anschließend wird dieser Wasserstoff in das Erdgasnetz eingespeist.
Die eingebrachte Energie kann so zwischengespeichert und später bei Bedarf wieder zur Stromerzeugung genutzt werden. Die bisherigen Projektergebnisse sind nach Innogy-Angaben vielversprechend: Die in Ibbenbüren realisierte Systemlösung zur Speicherung regenerativem Stroms erzielt über die komplette Speicherkette einen Nutzungsgrad von 86 Prozent.

Route der Energie

Entlang der insgesamt rund 30 Einzelprojekte wird es eine Route der Energie geben, die mit Informationsangeboten die Energiewende greifbar machen soll. In der Nähe jedes Einzelprojekts wird es eine Informationsstele geben, die im Zusammenspiel mit einer App spielerisch erklären soll, was vor Ort passiert und inwiefern das Projekt die Energiewende weiterbringt. Die erste dieser Haltestellen wurde in Ibbenbüren eröffnet.

Über drei Bundesländer

Designetz erstreckt sich über die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland. Hier leben rund 23 Millionen Menschen. Die Länder bilden alle wichtigen energiewirtschaftlichen Herausforderungen ab, die es im Rahmen der Energiewende vorzudenken gilt: Von der Versorgung stark industrialisierter und dicht besiedelter Bereiche im Ruhrgebiet bis zu ländlichen Regionen mit heute schon hoher Einspeisung aus erneuerbaren Energien wie die Eifel. Das gesamte Projektvolumen beträgt 66 Millionen Euro. 30 Millionen Euro Fördergelder steuert das BMWi im Rahmen seines Förderprogramms Sinteg bei.

Entspannung der Netzsituation

“Es ist deutlich anspruchsvoller als früher, das Stromnetz zu steuern. Dieser Trend wird sich mit dem weiter steigenden Anteil erneuerbarer Energien und dem Ausbau der Elektromobilität noch deutlich verstärken“, erklärt Joachim Schneider, Bereichsvorstand Technik & Operations bei Innogy. Designetz soll diesen wachsenden Anforderungen effizient begegnen. „Strom soll möglichst bereits dort verbraucht werden, wo er erzeugt wird. Der Ausgleich zwischen Erzeugung und Verbrauch von Energie soll bereits auf lokaler Ebene stattfinden. So können wir klassischen Netzausbau reduzieren und zur Entspannung der Netzsituation beitragen“, so Schneider. Allein in die Verteilungsnetze von Innogy speisen derzeit 330.000 Stromerzeuger ein. Bundesweit sind es über 1,6 Millionen Anlagen.