Bürgerenergie auch bei dritter Ausschreibung für Windenergie vorn

Die Bundesnetzagentur hat die Zuschläge der dritten Ausschreibung für Windenergie an Land erteilt. Auch diesmal sind die Zuschlagswerte wieder deutlich gesunken, gegenüber der Vorrunde um weitere zehn Prozent.

Senvion, Windturbine
Mit 89 Prozent der eingereichten Gebotsmenge waren Bürgerenergiegesellschaften auch bei der dritten Ausschreibung besonders stark vertreten. (Quelle: Senvion)

Die Bundesnetzagentur hat die Zuschläge der dritten Ausschreibung für Windenergie an Land erteilt. „Auch diesmal sind die Zuschlagswerte wieder deutlich gesunken, und zwar gegenüber der vorherigen Runde um weitere zehn Prozent. Die Zuschläge liegen im Durchschnitt bei etwa 3,8 Cent je Kilowattstunde und damit deutlich unter 4 Cent Kilowattstunde“, sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

Das Ergebnis bestätigt die Erfahrungen aus den vorangegangenen Ausschreibungen. Denn auch jetzt wurden fast ausschließlich Gebote von Bürgerenergiegesellschaften bezuschlagt. „Diese Bieter haben nun viereinhalb Jahre Zeit für die Umsetzung ihrer Projekte und haben dabei nach unserer Einschätzung positiv weiterentwickelte Anlagentechnologien und sinkende Preise bei ihren Geboten unterstellt“, so Homann.

Ausschreibung deutlich überzeichnet

Die Ausschreibung war deutlich überzeichnet. Bei einem Ausschreibungsvolumen von 1.000 Megawatt wurden 210 Gebote mit einem Volumen von 2.591 Megawatt abgegeben. Dabei führte der steigende Wettbewerbsdruck zu sinkenden Gebotswerten: Der durchschnittliche mengengewichtete Gebotswert in dieser Runde lag mit 4,02 Cent je Kilowattstunde unter dem Zuschlagswert der letzten Runde von 4,29 Cent je Kilowattstunde. Die Bundesnetzagentur hat 61 Geboten mit einem Gebotsumfang von rund einem Gigawatt einen Zuschlag erteilt.

Meisten Zuschläge in Nordrhein-Westfalen

Die Gebotswerte der bezuschlagten Gebote reichten von 2,2 bis zu 3,82 Cent je Kilowattstunde und lag im Mittel bei 3,4 Cent je Kilowattstunde. Das Netzausbaugebiet hatte in dieser Ausschreibung keine Auswirkungen auf die Zuschlagsentscheidungen. Von dem dort maximal möglichen Zuschlagsvolumen von etwa 430 Megawatt wurden 231 Megawatt bezuschlagt. Die meisten Zuschläge erhielten Nordrhein-Westfalen mit 17 und Brandenburg mit 16 Zuschlägen. Das bezuschlagte Volumen beträgt in diesen Ländern jeweils gut 270 Megawatt.

Erneut hoher Anteil an Bürgerenergiegesellschaften

Mit 89 Prozent der eingereichten Gebotsmenge waren Bürgerenergiegesellschaften auch bei dieser Ausschreibung besonders stark vertreten. Im Ergebnis entfallen 98 Prozent der Zuschläge (60 Zuschläge), beziehungsweise 99,2 Prozent des Zuschlagsvolumens auf Bürgerenergiegesellschaften.

Der Zuschlagswert der Bürgerenergiegesellschaften wird nach dem Einheitspreisverfahren ermittelt und beträgt 3,82 Cent je Kilowattstunde. Bei anderen Bietern wird der Zuschlag zum individuell gebotenen Wert erteilt (Gebotspreisverfahren). Damit liegt auch der durchschnittliche gewichtete mittlere Zuschlagswert bei annähernd 3,82 Cent je Kilowattstunde.

Diese Ausschreibungsrunde war von Geboten ohne Genehmigung geprägt. In den ersten beiden Ausschreibungen für Windenergie an Land im Jahr 2018 ist für eine Teilnahme das Vorliegen einer Genehmigung zwingend erforderlich.

Wenige Ausschlüsse

Die Gebote entsprachen auch in der dritten Ausschreibungsrunde überwiegend den formalen Anforderungen. Lediglich 15 Gebote mussten ausgeschlossen werden. Zwölf der Ausschlüsse erfolgten wegen unzureichender Gutachten, zwei wegen fehlender Zahlungen und einer wegen eines Formfehlers.