Angepasste Schaltanlagen für Verarbeitung von Milchprodukten

Um die Prozess- und Versorgungssicherheit zu steigern, haben die Milchwerke Berchtesgadener Land eine neue Energiezentrale errichtet. Ormazabal lieferte dafür Mittelspannungsschaltanlagen für die Energiezentrale sowie für eine Übergabestation.

Die Verarbeitung von Milchprodukten ist sehr energieintensiv. Vor allem die Erhitzung und Kühlung der Produkte benötigt viel Energie. Energieeffiziente Produktionsabläufe sind daher unerlässlich, um profitabel wirtschaften zu können. Dies gilt auch für die Bio-Molkerei Berchtesgadener Land in der oberbayerischen Gemeinde Piding.

Daher entschieden sich die Milchwerke für den Bau einer neuen Energiezentrale. Ziel war es, ausreichend Energie für die Produktionsabläufe zu erzeugen sowie die Abwärme aus den Produktionsprozessen unter anderem für die Gebäudeheizung und die Warmwasseraufbereitung zu nutzen. Zudem wollte der Betrieb überschüssigen Strom mit einer Leistung von 1.620 Kilowatt in das öffentliche Netz einspeisen. So sollte insgesamt eine hohe Versorgungs- und Prozesssicherheit gewährleistet sowie die Energieversorgung der Molkerei effizient und zuverlässig gestaltet werden.

Hohe Versorgungssicherheit durch redundante Technik

Nach einer Ausschreibung erteilten die Milchwerke der Karl Lausser GmbH als Generalunternehmer den Auftrag für den Bau der neuen Energiezentrale, die schließlich zwischen Januar 2016 und April 2017 errichtet wurde. Das Konzept des Kraftwerks sah die redundant aufgebaute Einspeisung vom Energieversorger Bayernwerk und eine Eigenerzeugungsanlage mit Gasturbine und einer Leistung von 2.550 Kilovoltampere vor.

Über ein Prozessleitsystem erfolgt die Steuerung und Visualisierung der Anlagen. Ein Steuerschrank der Eigenerzeugungsanlage kommuniziert zudem mit der Mittelspannungsanlage und tauscht Befehle, Meldungen und Messwerte aus. Auch dem Energieversorger werden entsprechende Informationen zur Verfügung gestellt.

Ormazabal, Schaltanlage, Milchwerke Berchtesgadener Land
Die Mittelspannungsschaltanlagen vom Typ ga/gae kommen in der Übergabestation sowie in der Energiezentrale zum Einsatz. Sie können aufgrund ihres modularen Aufbaus je nach Anforderung flexibel zusammengestellt werden. (Quelle: Milchwerke Berchtesgadener Land)

Ormazabal als Lösungsanbieter

Von Anfang an war Ormazabal in die Planung und Konzeption des Kraftwerks eingebunden. Das Unternehmen verantwortete dabei die Ausstattung mit Mittelspannungsschaltanlagen sowohl in der Übergabestation für die Anbindung an das öffentliche Stromnetz als auch für die Energiezentrale.

Insgesamt lieferte Ormazabal 26 speziell auf ihren Einsatzort im Kraftwerk abgestimmte Felder des Typs ga/gae. Dabei war vorteilhaft, dass die Produktfamilie ga/gae verschiedene Feldtypen bietet, die je nach Anforderung zusammengestellt und modular aufgebaut werden können. So gewährleisten die Mittelspannungsschaltanlagen zum einen die Versorgungssicherheit der Milchwerke, ermöglichen zum anderen jedoch auch die intelligente Anbindung an die Prozessleittechnik.

Gemeinsam mit den Projektpartnern betreute Ormazabal auch die Montage, Prüfung und Inbetriebnahme der Bauteile. Um eine optimale Einstellung der Schutzwerte zu erzielen, führte Ormazabal zunächst eine Kurzschlussbetrachtung durch. Dazu gehörten eine Selektivitätsbetrachtung sowie notwendige Sicherheitsmaßnahmen, die mit dem Bayernwerk abgestimmt wurden. Aufgrund der Größe der Eigenerzeugungsanlage von 1.620 Kilowatt realisierte das Unternehmen auf der Mittelspannungsseite einen übergeordneten Entkopplungsschutz und eine Synchronisierung.

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